Die Rekonstruktion des MERZbaus
von Kurt Schwitters

Dr. Harald Szeemann schreibt *):

"...unterdessen hatte Ernst Schwitters meinem Vorschlag. Peter Bissegger, Bühnenbildner und seit der Ausstellung, Monte Verità mein bevorzugter Modellbauer, mit der Aufgabe zu betrauen, akzeptiert. Peter Bissegger war der einzige, dem ich die Rekonstruktion zutraute. Seine Liebe zur darstellenden Geometrie und das faszinierende Problem der Umsetzung dreier Photographien in drei Dimensionen ließ ihn ab Frühjahr 1981 mit voller Unterstützung von Ernst Schwitters und des Museums Hannover ans Werk gehen"

"...Am 9. Oktober 1981 erschien in ,Die Woche' ein erster Bericht von Jörg Huber über das Unternehmen. Peter Bissegger äußerte sich: "Die Sache ist unglaublich kompliziert und die Verantwortung enorm. Wir müssen ein Kunstwerk, das heißt ein Raumgebilde, ein Raumgefühl, eine komplette Optik rekonstruieren , das muß stimmen bis auf den Zentimeter." Und Ernst Schwitters, nun voll überzeugt: "Ein Traum geht in Erfüllung."...

"...: das Resultat ist nicht nur ein visuelles, sondern auch ein räumliches Erleben dieser monomanischen Mischung aus Kathedrale, Höhle, Burg und Elfenbeinturm ihres Schöpfers, eines Künstlers, dessen Umgang mit den Dingen und dessen lebenslanges Spiel mit ernsten Problemen als Kunst erst heute richtig erfaßt wird und zu einem größeren Publikum als Schönheit findet. Die drei Jahre Anstrengung haben sich gelohnt."

*) Harald Szeemann; Die Geschichte der MERZbau-Rekonstruktion


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